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Die Balz der Kragenfasane
Nun, es beginnt mit der Balz im März. Es ist mir gelungen, die Paarung der Amherste auf Digital-Zelluloid festzuhalten. -> zum Video
Man sieht hier die unterschiedlichsten Verhaltensweisen im Liebesspiel, typisch für die Kragenfasane. Die Balz beim Goldfasan läuft im übrigen sehr ähnlich ab.

Achten Sie beim Betrachten des Videos doch einmal besonders auf die Henne!
Ich möchte an dieser Stelle mit einem Vorurteil aufräumen:
Stichwort Hennenmörder: Wie man in diesem Video deutlich sieht, kann die Henne dem unter Strom stehenden Hahn immer ausweichen. Alte Weihnachtsbäume bieten gute Versteckmöglichkeiten, und sobald die Henne das Gestänge aufsucht, ist es vorbei mit dem Sturm der Liebe des Hahns, denn dieser muss jetzt zusätzlich darauf achten, beim Herumspringen nicht herunter zu fallen.
Ich stelle immer wieder fest, dass Fasane in großen, aber ansonsten kahlen Volieren gehalten werden. Vielleicht liegt mal noch ein kantig gestelltes Brett an der Seite, oder es liegen ein paar Zweige herum. Aber von Schutzmöglichkeiten keine Spur. In solch einer Voliere hat die Henne keine Chance, dem verrückten Hahn zu entkommen. Irgendwann ist sie von der Jagerei entkräftet, und der Hahn lässt all seine Wut an ihr aus, denn die Balz macht sie ja auch nicht mehr mit. Der Hennenmord ist so nur eine Frage der Zeit.
Hennen, die nicht in Stimmung sind, weichen der Balz vollständig aus, und der Hahn sucht verzweifelt hinter jedem Strauch nach ihr. Meine alte, erfahrene Henne hat überhaupt keinen Streß mehr mit dem bunten Burschen. Wenn sie nicht will, dann guckt er in die Röhre.
Ändert sich die Stimmung Ende März/Anfang April, so findet auf den freien Flächen der Voliere diese herrliche Balz statt. Er muss sich hübsch machen, will er Erfolg haben. Noch ist die Henne nicht so weit, aber er vollführt um sie herum den typischen Tanz auf, stellt sich seitlich, und breitet all seine Pracht vom Kragen bis zur Schwanzspitze aus. Man könnte meinen, der Vogel sei jetzt doppelt so groß. Dazu immer wieder Quietsch- und Zischlaute.
Ist die Henne paarungsbereit, ändert sich ihr Verhalten noch einmal. Sie bleibt häufig stehen, flieht nur immer so weit, wie er noch gut folgen kann. Manchmal verfällt sie in eine Art Starre, und lässt Picken und Fußscharren über sich ergehen. Oder sie dreht sich im Tanz mit um den Hahn herum. Dann erscheint das Paar wie toll, verharrt aber im Grunde genommen am Platz. Kurz vor dem Tritt lässt die Henne immer mehr die Flügel sinken. Dann legt sie sich auf den Boden, die Flügel zur Stabilisierung etwas abgespreizt, den Schwanz etwas aufgerichtet. Das ist das Zeichen für den Hahn. Er besteigt die Henne, wobei er zunächst mit dem sicheren Stand auf ihrem Rücken etwas Probleme hat. Er beisst sich im Nacken der Henne fest, um sich zu stabilisieren. Erst dann kann er tun, was er tun muss. Lange dauerts nicht, der Akt wird zügig von der Henne beendet. Dann geht sie erstmal stiften, und schüttelt kräftig das Gefieder. Er natürlich hinterher, wenn er sie sieht. Aber in diesem Zustand sieht er nicht sehr viel. Die Paarung kann mehrmals hintereinander erfolgen, aber das bestimmt sie, nicht er.

Amherstbalz