2007
Im Jahr 2007 möchte ich von den im letzten Jahr erworbenen Tieren nachziehen. Hierzu wird noch eine dritte Voliere errichtet, damit ausreichend Platz für Alttiere und den Nachwuchs zur Verfügung steht.
Sowohl für die Amherst- als auch für die Goldfasane wurden im Gehege eine sehr geschützte Nistmöglichkeit eingerichtet. Der Platz ist gegenüber dem Boden etwas erhöht und befestigt, sowie mit Weichstreu aus Holzspänen und Stroh ausgelegt. Nach oben sind die Stellen mit alten Plastiktafeln aus einem Komposter regendicht konstruiert. Innerhalb der Behausung, rundherum und obenauf ist mit reichlich Grünzeug und Reisig für Wind- und Sichtschutz sowie Optik gesorgt.
Amhersthahn und Henne untersuchen neugierig das neue Nest
Was daraus wurde:
Stand Mai 2007: Die Goldfasane haben leider keinen Nachwuchs hervorgebracht. Der Hahn hat etwas gebalzt, Eier gabs keine. Unterdessen habe ich Angaben im Internet gefunden, wonach die Geschlechtsreife beim Hahn erst im 2. Jahr einsetzt. Nun denn, auf ein Neues im Jahr 2008.
Die Amherste dagegen haben sich mächtig ins Zeug gelegt! Insgesamt 15 Eier wurden gezählt, davon allerdings die letzten zwei als Windeier. Von den übrigen 13 waren sage und schreibe alle befruchtet! Damit hatte ich nicht gerechnet; ich hatte auf 4 bis 5 aus der Mitte des Geleges gehofft. Hier wurde also die Geschlechtsreife definitiv im ersten Jahr erreicht.
Leider starb der Embryo des ersten Eis sehr früh ab, 4 weitere zu einem späteren Zeitpunkt, so dass vom ersten Teilgelege noch 4 Küken schlüpfen konnten. Ich habe im Internet verschiedene Angaben zur Brutzeit gefunden. Nun, diese schlüpften am 24. Tag.
In einem zweiten Gelege, welches von unserer treuen Antwerpener Bartzwerg Glucke erbrütet wird, erhoffe ich mir in Kürze weiteren Nachwuchs.
Schon kurz nach Errichtung dieser Plätze wurde diese von den Fasanen in Beschlag genommen. Nicht nur die Hennen, auch die Hähne schauen immer mal wieder gerne hinein. Da muss ich mir wohl noch etwas einfallen lassen...
Und hier der Nachwuchs !!
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Amherst als Glucke für andersartige Küken ?
Als ich hörte, dass das durchaus möglich sei, und vielfach gemacht wird, war ich sehr froh, denn ich hatte einige Amherst-Eier und ein paar Hühnereier in der Maschine angebrütet, als meine Amhersthenne anfing, selbst zu brüten. So entstand der Plan, ihr sowohl ihre eigenen Küken als auch zwei Hühnchen, ein Bartzwerg und ein Sebright, anzuvertrauen.
Da ich mir noch nicht sicher sein konnte in Bezug auf die Brutzeit der Amherst – ich hatte Angaben mit 23 und 24 Tagen gefunden – wurden die Hühnereier 2 Tage später, also für gleichzeitiges Schlüpfen von 23-Tagen Amherst eingelegt.
Die Hühner kamen pünktlich, die Amherst erst am 24 Tag. Soweit, so gut. Zwei Amherst ließ ich unter ihrer Mutter schlüpfen, die anderen zwecks Beobachtung und zur Brutzeitbestimmung in der Maschine. Schließlich waren alle Küken geschlüpft, nun musste als erstes die Amherstglucke mit den Kleinen in den Schutzraum übersiedeln. Natürlich war sie sehr aufgeregt und auch wehrig, aber sie flog zum Glück nicht auf, und als sie sich nach etwa zwei Stunden beruhigt hatte, nahm sie auch ihre Küken, die bis dahin Wärme unter einer Lampe fanden, unter ihre Fittiche. Ein paar Stunden später nun sollte das Untermogeln weiterer zwei Amherstchen und der beiden Hühnchen erfolgen.
Und siehe da: Es war überhaupt kein Problem, die beiden Fasane einzuschmuggeln, und auch das Sebright war schnell angenommen. Doch den kleinen Bartzwerg biss sie gnadenlos weg, keine Chance!
Was war hier los? Nun, wenn man das ergründen will, so muss man aufpassen, die Situation nicht durch seine eigene, menschliche Brille zu sehen. Allerdings ist es auch nicht leicht, sich in das Tier hineinzudenken. Also: Ich ziehe zwei Dinge in Betracht: Lautäußerungen und Aussehen der Küken.
Lautäußerungen: Ein Trupp piepsende Flauschbälle. Hm, vier Küken piepen auf amherstisch, zwei auf huhnisch, davon je ein anderer Dialekt. Kann man das wirklich so sehen? Ich glaube eher nicht. Und akustisch betrachtet ist eher davon auszugehen, dass ein Huhn dem andern gleicht, also warum sollten sich hier Sebright und Bartzwerg unterscheiden?
Aussehen: Die Amherstchen sind wild/tarnfarben gestreift. Das Sebright ist zwar völlig anders, aber eben auch dunkelbräunlich mit gelben Streifen drin (es ist vom Farbschlag goldgesäumt). Der Bartzwerg dagegen ist pechschwarz. Könnte die Henne tatsächlich etwas gegen schwarze Küken haben? Warum sollte dem so sein?
Etwas interessantes ist mir aufgefallen auf der Homepage von Hr. Gerhard Bergmann. http://www.tragopan.de/fasan/fasan_amherst00.htm
Ein Foto zeigt einen jungen Amhersthahn, der eine Maus erlegt hat, und im Begriff ist, diese zu verzehren.
Ist es vielleicht möglich, dass für die Amhersthenne zwischen dem schwarzen Bartzwerg und einer Maus mehr Ähnlichkeit besteht, als zu ihren eigenen Küken? Unter diesem Aspekt wäre die Aggression gegen das Kleine nachvollziehbar.
10 Wochen alt
Mittlerweile sind die Jungtiere 10 Wochen alt. Der Vater hat schon kurze Zeit nach der Zusammenführung jegliche Aggressionen eingestellt, mitunter dürfen die Jungen sogar neben ihm staubbaden, und auch am Futterplatz ist der Patriarch nicht mehr die unbedingte Nr. 1. Besonders viel Freude bereiten die handzahmen Tiere bei der Verfütterung von Leckerbissen (z.B. Beeren oder gefangene Insekten aus dem Garten).
Endlich konnte ich auch meine 3. Voliere fertig stellen, und die Goldfasane aus der Nachbarvoliere umziehen, so dass Familie Amherst jetzt mehr als doppelt so viel Platz hat. Morgens toben die Jungtiere immer ziemlich herum, und da kommt ihnen eine größere Voliere doch prima gelegen.
Ab der 12. Woche etwa Mitte August sind die Jungen so weit, dass sie von den Eltern getrennt und in gute Hände abgegeben werden können. Ich darf mich bisher über doch recht viele Nachfragen freuen, doch dies bedeutet leider, dass ich den Wünschen etlicher Zuchtfreunde kaum nachkommen kann. Bitte seien Sie nicht enttäuscht, und bleiben Sie zumindest dieser Website treu, auf der ich auch weiterhin von meinen Fasanen berichten werde.
Und wie ging es weiter?
Natürlich konnte ich den Bartzwerg nicht bei der Henne lassen. Es blieb nur die Möglichkeit, es unter einer Lampe aufzuziehen, da mir keine weitere Glucke zur Verfügung stand. Da es nicht allein aufwachsen soll, habe ich ihm den kleinen Sebright hinzugesetzt, und jetzt wächst das Duo mutterlos, aber doch ganz zufrieden auf.
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Herbst
Jetzt sehe ich die Vögel nur noch am Wochenende; wenn man morgens im Dunkeln das Haus verläßt, und auch abends nicht im Licht heimkommt, bleibt einem da nur die Grundversorgung.
Die Hähne sind inzwischen voll durchgefärbt und ausgewachsen, sehen einfach prachtvoll aus, und sind bereits jetzt nur noch mit ihrer Henne unter sich, damit sie sehr vertraut ins Frühjahr gehen können. Ich kann von Glück sagen, dass der Amherst-Hahn dem aggressiven Ruf seiner Artgenossen bisher keine Ehre macht, und seine Henne einfach nur herrlich anbalzt, ohne sie besonders zu traktieren. Der Goldfasan hingegen beißt hier und da schon mal zu, was ich gar nicht von ihm erwartet hatte. Aber insgesamt vertragen sich die Gemeinschaften sehr gut.
Hier nun noch einige Bilder, kurz bevor ich die Paar-Trennung durchführte.
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