2011
Filmstars
Es ist mir gelungen, die Paarung der Amherste auf Digital-Zelluloid festzuhalten. Das 11-minütige Video ist auch bei www.youtube.de zu finden. Ich weiß noch nicht, woran es liegt, dass das Abspielen so zäh ist, daher bitte ich beim Anschauen noch um Geduld. Vielleicht muss ich was an der Auflösung oder Bildschrimgröße tun, damit es ruckelfrei durchläuft. Ich arbeite dran...
Man sieht hier die unterschiedlichsten Verhaltensweisen im Liebesspiel, typisch für die Kragenfasane. Die Balz beim Goldfasan läuft im übrigen sehr ähnlich ab. Achten Sie beim Betrachten des Videos doch einmal besonders auf die Henne!
Ich möchte an dieser Stelle mit einem Vorurteil aufräumen:
Stichwort Hennenmörder: Wie man in diesem Video deutlich sieht, kann die Henne dem unter Strom stehenden Hahn immer ausweichen. Alte Weihnachtsbäume bieten gute Versteckmöglichkeiten, und sobald die Henne das Gestänge aufsucht, ist es vorbei mit dem Sturm der Liebe des Hahns, denn dieser muss jetzt zusätzlich darauf achten, beim Herumspringen nicht herunter zu fallen.
Ich stelle immer wieder fest, dass Fasane in großen, aber ansonsten kahlen Volieren gehalten werden. Vielleicht liegt mal noch ein kantig gestelltes Brett an der Seite, oder es liegen ein paar Zweige herum. Aber von Schutzmöglichkeiten keine Spur. In solch einer Voliere hat die Henne keine Chance, dem verrückten Hahn zu entkommen. Irgendwann ist sie von der Jagerei entkräftet, und der Hahn lässt all seine Wut an ihr aus, denn die Balz macht sie ja auch nicht mehr mit. Der Hennenmord ist so nur eine Frage der Zeit.
Hennen, die nicht in Stimmung sind, weichen der Balz vollständig aus, und der Hahn sucht verzweifelt hinter jedem Strauch nach ihr. Meine alte, erfahrene Henne hat überhaupt keinen Streß mehr mit dem bunten Burschen. Wenn sie nicht will, dann guckt er in die Röhre.
Ändert sich die Stimmung Ende März/Anfang April, so findet auf den freien Flächen der Voliere diese herrliche Balz statt. Er muss sich hübsch machen, will er Erfolg haben. Noch ist die Henne nicht so weit, aber er vollführt um sie herum den typischen Tanz auf, stellt sich seitlich, und breitet all seine Pracht vom Kragen bis zur Schwanzspitze aus. Man könnte meinen, der Vogel sei jetzt doppelt so groß. Dazu immer wieder Quietsch- und Zischlaute.
Ist die Henne paarungsbereit, ändert sich ihr Verhalten noch einmal. Sie bleibt häufig stehen, flieht nur immer so weit, wie er noch gut folgen kann. Manchmal verfällt sie in eine Art Starre, und lässt Picken und Fußscharren über sich ergehen. Oder sie dreht sich im Tanz mit um den Hahn herum. Dann erscheint das Paar wie toll, verharrt aber im Grunde genommen am Platz. Kurz vor dem Tritt lässt die Henne immer mehr die Flügel sinken. Dann legt sie sich auf den Boden, die Flügel zur Stabilisierung etwas abgespreizt, den Schwanz etwas aufgerichtet. Das ist das Zeichen für den Hahn. Er besteigt die Henne, wobei er zunächst mit dem sicheren Stand auf ihrem Rücken etwas Probleme hat. Er beisst sich im Nacken der Henne fest, um sich zu stabilisieren. Erst dann kann er tun, was er tun muss. Lange dauerts nicht, der Akt wird zügig von der Henne beendet. Dann geht sie erstmal stiften, und schüttelt kräftig das Gefieder. Er natürlich hinterher, wenn er sie sieht. Aber in diesem Zustand sieht er nicht sehr viel. Die Paarung kann mehrmals hintereinander erfolgen, aber das bestimmt sie, nicht er.
Chrysolophus amherstiae...
Endlich mal wieder ein schöner Frühling
Man sieht es den Vögeln an. Ihre Laune ist förmlich spürbar. Zwar nicht sehr warm, aber sonnig und trocken wars über weite Strecken im März, und auch im April können wir hier im Münsterland nicht meckern.
Jeden Tag erwarte ich jetzt die ersten Eier im Amherst-Gehege. Die schon früh begonnene Balz des Hahns wurde in der letzten Woche mit Paarungsbereitschaft der Henne belohnt. Bald kommt es zum Aufbau des Geleges.
... und Chr. pictus
Ein unerwarteter Glücksfall erreicht mich am 09. April. Ich bekomme noch einen dreijährigen, alleinstehenden Goldfasanen-Hahn aus Dülmen, aus dem Aviornis-Zuchtprogramm. Es wird natürlich allerhöchste Zeit, denn auch bei den Goldenen beginnt jetzt die Legeperiode.
Ich bin sehr gespannt, ob es noch für eine Befruchtung reichen wird. Jedes befruchtete Ei wird wohl von mir bejubelt werden.
Besuch aus der "Mongolei"
Irgendwas komisches ist ja immer, ne?
In diesem Jahr haben wir Besuch eines vermeintlich wilden Fasans. Jagdfasane nennen wir diese im allgemeinen, eine m.E. durchmischte Population von Edelfasanen, wohl maßgeblich geprägt vom Mongolischen Fasan Phasanius colchicus mongolicus (Bild von http://www.wpadeutschland.de).
Dieser Bursche läuft ziemlich einsam und nicht allzu scheu in unserem Garten herum, und balzt meine Hennen an. Multikulti würde ich sagen.
Habe versucht, den Besucher zu den Hennen zu lassen, was auch einen Tag wirklich gut ging. Dann stürzte er sich auf eine Amherst-Henne vom letzten Jahr, so dass ich ihn wieder herausnehmen musste. Jetzt läuft er wieder draußen rum. Bin mal gespannt, wann er die Lust verliert und wieder die weite Wald- und Feldflur aufsucht.


